
REGROWING
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Pflanzen sind auch nach der Ernte noch lebendig, sie nehmen Feuchtigkeit auf und können sogar weiterwachsen. Genau auf dieser Grundlage funktioniert Regrowing, also das Ziehen von Gemüseresten zu neuem Gemüse, das wieder auf unseren Tellern landet. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „nachwachsen lassen“. Meist reicht es aus, Gemüseabschnitte, die am Komposthaufen oder in der Biotonne landen würden, ins Wasser zu stellen. Das Gemüse nimmt dann die Flüssigkeit auf, treibt aus und beginnt neue Blätter zu bilden. Doch Regrowing funktioniert nur bei manchen Sorten – und auch nicht bei allen gleich gut.

Ab ins Wasserglas!
Regrowing im Wasserglas ist eine besonders einfache Methode. Denn das Gemüse bleibt bis zu seiner Verwertung im Wasser und benötigt keine Erde. Das funktioniert zum Beispiel mit Lauch, Karotten (hier wächst nur das Grünzeug nach), Salaten oder Frühlingszwiebeln.
Dazu gibt man den Gemüserest – für das Regrowing werden frische und knackige Pflanzenteile verwendet – mit der Wurzel nach unten in ein Glas Wasser. Nach einiger Zeit wächst das Gemüse nach und kann nach Belieben geerntet werden. Bestimmte Gemüsesorten wie Kohl, Lauch oder Salat kann man nach dem Wasserbad in Erde einpflanzen, wo sie weiterwachsen und größere Erträge bringen. Zwiebeln, bei denen schon Triebe zu sehen sind, oder keimende Erdäpfel kommen gleich direkt in die Erde. Erdäpfel sollten zuvor halbiert und getrocknet werden. Das verhindert, dass sie in der Erde zu faulen beginnen. Nachzüchten lassen sich auch Kräuter oder Pilze.
Um Pilze heranzuziehen, sind nur die Stiele nötig. Diese werden in einen Topf gepflanzt. Das obere Ende wird nicht mit Erde bedeckt, innerhalb weniger Tage lassen sich die nachgezüchteten Pilze ernten. Champignons benötigen kaum Sonnenlicht, alle anderen Speisepilze hingegen schon. Kräuter wie etwa Minze, Petersilie oder Basilikum kommen erst ins Wasser und dann in die Erde. Dazu werden die Blätter am unteren Teil des Stängels entfernt. Sobald Wurzeln gewachsen sind, kann man die Kräuter einpflanzen.
Bei Paprika oder Paradeisern funktioniert das Regrowing mit den Kernen: Dazu nimmt man die Kerne aus dem Fruchtfleisch heraus und lässt sie an der Luft trocknen. Anschließend gibt man die Samen in einen Topf mit Anzuchterde und hält sie regelmäßig feucht, sodass eine neue Pflanze heranwachsen kann.

Der passende Standort
Neben Nährstoffen und Wärme benötigen die Pflanzen zum Wachsen vor allem Licht. Wichtig ist auch, dass besonders in der Anfangsphase das Wasser täglich gewechselt wird. Im Frühling und Sommer können viele Pflanzen auch auf dem Balkon nachgezogen werden. Im Winter ist das Fensterbrett ideal. Früher war genau das ganz selbstverständlich. Großeltern und Urgroßeltern zogen aus dem geernteten Gemüse immer wieder neues, anstatt vorgezogene Pflanzen oder Samensäckchen zu kaufen. Heute erinnern sich wieder mehr Menschen an diese Art des „Gartelns“ und erfreut sich großer Beliebtheit. Regrowing ist somit nicht nur nachhaltig, sondern schont auch den Geldbeutel.
Tipp:
Für Hobby-Gärtner und diejenigen, die es noch werden wollen, ist Regrowing eine tolle Beschäftigung. Vor allem braucht es dafür oft nicht mehr als ein bisschen Erde, Licht, Wasser und Geduld. Auch Kindern macht das großen Spaß. Sie sehen die Pflanzen wachsen und lernen gleichzeitig etwas über den Wachstumskreislauf unserer Natur.
Regrowing in der Erde
Wer länger etwas von seinem Gemüse haben möchte, pflanzt die Gemüsereste, nachdem diese rund 14 Tage im Glas gewachsen sind, in einen mit Erde gefüllten Topf. Wichtig ist, die Erde gleichmäßig.